Abschalten .. wirklich nicht einfach

Ich bin wirklich so unglaublich Deutsch (manchmal) 😀 Es ist echt schwer, sein deutsches Denken und Fühlen einfach mal abzuschalten und den Tag zu genießen, wie er kommt, ohne, dass man erstmal hart arbeiten musste um ihn sich zu “verdienen”. In Deutschland muss man sich alles erstmal verdienen und genießt man etwas einfach so, fühlt man sich doch irgendwie schuldig. Wem gegenüber weiß man sowieso nicht.

Wie bescheuert … ?!

Ich war gestern den ganzen Vormittag unterwegs und habe meine ersten Erfahrungen alleine mit dem Bus und der Tramp gemacht – es sind übrigens alle super freundlich und helfen gerne, der Busfahrer hat mich zum richtigen Bus geschickt, der Busfahrer hat mir gesagt, wo ich in die Tramp umsteigen muss und mit der Tramp kommt man super einfach alleine klar 😀 Nach meiner Exkursion quer durch die Küste zwischen Harbourtown und Broadbeach war ich platt – es war warm, ich hab einen eher englischen Hauttyp und durch meinem Problem immer zu wenig zu trinken, konnte ich direkt einfach einschlafen.. so wie ich mich “nur kurz” unter den Deckenventilator über dem Bett habe fallen lassen..

Nach ca. einer Stunde wurde ich wach, war zermatscht und müde und bin zum Strand gegangen um einen klaren Kopf zu bekommen und da habe ich es endlich geschafft.

Ich konnte mich befreien von dem Gedankenkarussell, was immer in meinem Kopf stattfindet. Ich habe mich auf mein Strandtuch gelegt – danke meine liebste Tiana, das Teil ist mein Lieblingsstück – und habe an nichts gedacht. An nichts! Wirklich 😀

Ich habe dem Meer zugehört und dem Kind, was ein paar Meter neben mir im Sand buddelte und vor sich hin brabbelte und habe zum ersten mal nicht daran gedacht, was ich als nächstes mache, wie lange ich am Strand bleiben sollte, ohne, dass ich Zeit vertrödel oder ob ich nicht etwas anderes machen sollte, als hier zu liegen. Es war weg. Und es war wunderbar, eine totale Entspannung. Das ist das, wonach ich mich in Deutschland gesehnt habe, aber nie bekommen konnte. Mein Kopf war immer im Stress und immer am arbeiten. Das kann auf Dauer ja nicht gesund sein.

Irgendwann, nachdem ich auch ein paar mal im Wasser herumgedümpelt bin, wurde es etwas frisch und die Schatten der Hochhäuser legten sich über den Strand, doch ich wollte nicht direkt wieder nach Hause, was ich sonst immer getan habe, weil man ja etwas sinnvolles tu könnte – nein. Ich bin am Strand spazieren gegangen, doch das erste mal einfach um das spazieren gehen zu genießen und die Luft und den Sand unter den Füßen.

Ich habe meine Musik ins Ohr gesteckt und bin so weit gelaufen, dass ich den Ausgangspunkt kaum noch erkennen konnte..

Leute, das lohnt sich… Lernen abzuschalten befreit und ich merke wie ich langsam ankomme. Mein Freund sagte mir ein paar Tage nach meiner Ankunft, dass die Seele immer etwas länger braucht um hinterher zu kommen und ich denke ich kann behaupten, dass meine mich so langsam erreicht hat 🙂

… wobei ein Stück immer bei ihm bleiben wird und das ist auch gut so ❤

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