Roadtrip Adelaide – Darwin (Part 2)

Der Uluru (Sprache der Aborigines – bedeutet „Sitz der Ahnen“)

Eigentlich „nur“ ein riesiger Felsen in der australischen Wüste – doch weltberühmt.

Nach unserer Übernachtung an der Grenze zum Northern Territory machten wir uns auf den Weg zum größten Felsen der Welt. Als wir ungefähr 150 km entfernt waren tauchte auf einmal ein rieser Felsen hinter einem Berg auf – ich war so aufgeregt, dass ich den Uluru bereits sehen konnte! Doch dann fragte ich mich warum die Form anders ist – vielleicht sieht er von der anderen Seite anders aus als auf allen berühmten Bildern? – Doch nein.

Dieser Felsen ist der Mount Connor – oft verwechselt mit dem Uluru, da man ihn zuerst entdeckt, wenn man den Lasseter Highway zum ‚Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark‘ entlang fährt. Daher wird er auch gerne ‚Fool-Uru‘ genannt 😀

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Doch dann – ca. 100 Kilometer vor unserem Ziel – entdeckten wir ihn. Und je Näher man kommt, desto überwältigter ist man. Dieser verdammte Stein ist wirklich RIESIG! 😀 Und wunderschön rot.

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Für die Aborigines ist er heilig, weshalb wir ihn auch nicht bestiegen haben. Doch einige andere interessiert es nicht. Wir haben viele Touristen klettern sehen – trotz etlicher Schildern, die die Leute darum bitten nicht zu klettern. Meiner Meinung nach respektlos, doch jeder hat für sich selbst zu entscheiden, ob man den „Wunsch“ der Ureinwohner respektiert. Die Anangu-Aborigines haben es überhaupt nicht gerne. Wenn jemand stürzt und verletzt wird (35 Menschen haben bis jetzt ihr Leben dabei verloren), fühlen sich die Aborigines dafür verantwortlich und fallen in tiefe Trauer.

Auf dem 10.5 Kilometer langen Wanderweg – den wir nach der Nacht auf roter Erde auf einem Campingplatz neben dem Nationalpark gelaufen sind – lernt man eine Menge über den Ayers Rock und seine Geschichte.

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Nicht über die Entstehungsgeschichte (wer daran interessiert ist, findet hier einen detaillierten Artikel von Wikipedia), jedoch sehr viel über die Geschichten und Legenden der Aborigines, die sich um den Felsen ranken. Für mich die Interessanteste, die ich nicht auf den hübschen Schildern auf dem Wanderweg gefunden habe, aber bei meiner Onlinesuche über die Entstehung, ist die Traumzeitgeschichte.

Die Aborigines versuchen mit dieser Unregelmäßigkeiten im Aussehen des Felsens zu erklären:

„Auf der Sonnenseite des Uluru wohnten die Mala, die Hasenkänguru-Menschen, und auf der Schattenseite die Kunia, die Teppichschlangen-Menschen, in Harmonie und Frieden. Die entfernten Windulka luden die Mala zu einer Initiation ein, doch die Mala sagten ab, da sie selbst Initiationen durchführen wollten und die Kunia nahmen gerne an und verliebten sich auf ihrer Anreise in die Sleepy-Lizard-Women (Lizard = blauzüngige Tannenzapfenechse) und reisten nicht weiter. Daraufhin wurden sie durch einen Kulpunya bestraft, einen Hund mit riesigen Zähnen und ohne Haare, der bösartiger als ein Krokodil war, aber auch die Mala wurden durch die Liru, die Giftschlangen-Menschen und weitere Kämpfer, die am Kata Tjuṯa lebten, bestraft. In der fürchterlichen Schlacht mit Toten, Schwerverletzten und Feuer bebte die Erde und der Uluru hob sich aus der damals ebenen Erde hervor und damit wurde der Geist der Mala und Kunia zu Stein; die Spuren und die Geschichte des Kampfes können die Anangu am Uluru ablesen und erzählen.“

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Ein Ausflug dorthin lohnt sich definitiv, auch wenn man nicht klettert … LASST DAS!

In der Nähe des Uluru befindet sich das Cultural Centre, wo man von Aborigines selbst Geschichten lesen und hören kann, ihnen beim malen (das ist der Wahnsinn!) zuschauen kann und natürlich auch Souvenirs, Essen und was zu Trinken bekommen kann. Und die Toiletten sind gut 😀 Nicht immer Vorraussetzung in der Mitte des großen weiten Nichts.

Ich habe mir ein wunderschönes Lesezeichen geholt, auf der Rückseite ist der Name der Zeichnerin und der Zeichnung selbst. Durch Nachfragen habe ich erfahren, dass 60% des Preises an die Zeichnerin direkt geht – sehr gut. Das war meine ausschlaggebende Kaufentscheidung 😀

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Wir haben uns nach dem Uluru entschieden nicht mehr zur Kata-Tjuta-Felsformatierung zu fahren (auch „die Olgas“ genannt), da wir den Weg nach Alice Springs noch an dem Tag schaffen wollten – was wir auch haben. Wir haben die Nacht auf einem guten und günstigen Campingplatz verbracht (langsam wurde es auch Nachts etwas wärmer und wir haben nicht mehr zu Tode gefroren) und sind am nächsten Tag in die „Stadt“ um ein paar Sachen zu besorgen, die wir nach einigen Tagen ohne richtige Zivilisation brauchten.

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Alice Springs ist krass. Nicht übertrieben, aber es war schon ein kleiner Schock. Sehr viele Aborigines auf der Straße, die auch auf der Straße leben. Ich muss sagen, dass ich ein mulmiges Gefühl hatte, als ich einmal alleine, nur mit meinem Portemonnaie durch eine große Gruppe laufen musste. Das ging nicht ohne einige Zurufe und näher kommen. Doch in dem Moment kam auch ein Security Auto und alle sind in verschiedene Richtungen gelaufen. Interessant, doch auch nicht ganz ungefährlich – denke ich. Wir waren ansonsten nie alleine, immer in der Gruppe und es war hellichter Tag.

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Wir haben Alice Springs noch am selben Tag verlassen und haben uns auf den Weg zu einigen Nationalparks, Natural Pools und Wanderwegen gemacht.

Doch dazu mehr in Part 3.

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