Ich bin dann mal Offline.

Ich bin offline. Und ich meine damit raus aus der medialen Welt. Raus aus der falschen, oberflächlichen und unpersönlichen – für mich persönlich – giftigen Welt.

In den letzten Wochen und vor allem Tagen ist mir dieses ganze Onlineleben – insbesondere Instagram – zu Kopf gestiegen. Meiner Meinung nach ist Instagram übrigens das schlimmste aller Sozialen Plattformen. Es fing damit an, dass ich mich nur mal schlau machen wollte, wie manche damit tatsächlich Geld verdienen können und während meiner Recherche darüber wurde ich mit Haut und Haaren in den Social Media Sumpf gezogen. Aus dem ‘ich mache mich nur mal schlau’ wurde ein ‘Ach, das kann ich ja mal ausprobieren’ und ehe ich mich versah, ertappte ich mich selber dabei, wie ich jede freie Minute meinen Account gecheckt habe. Ob meine zuerst nicht ernst gemeinten ‘Versuche’ tatsächlich irgendwas gebracht haben. Ob mir mehr komplett fremde Menschen ‘folgen’, meine Bilder ‘liken’. Ok, versteht mich jetzt nicht falsch – ich hoffe, dass meinen Blog viele Menschen folgen, auch wenn diese Fremd sind. Doch dieser Blog hat (das hoffe ich zumindest) ein wenig was zu erzählen. Und ist eben nicht nur ein Bild.. 😀 Ich freue mich, mich darüber auszutauschen – auch mit fremden Menschen 🙂

Dann habe ich einen zweiten Account erstellt, weil ich bereits das Gefühl hatte, dass mir das alles zu nahe kommt und ich wollte einen etwas ‘unpersönlicheren’ Account haben – rein für die Fotografiegeschichte. Als mir klar wurde, wie viel meiner Freizeit ich in dieser nicht realen Welt verbracht habe und wie sehr mich das unbewusst gestresst hat, habe ich die Reißleine gezogen. Komplett. Und das inklusive Facebook. Auch wenn ich dort mit euch verbunden war, mit meinen Freunden, meiner Familie, habe ich mich trotzdem erdrückt gefühlt. Eingeengt. Gefangen.

Der Schritt meine Accounts einfach zu ‘löschen’ war der beste Schritt den ich in meiner aktuellen Verwirrtheit gehen konnte. Ich brauche Zeit für mich. Ich muss mich selber kennen lernen. Will den Kontinent auf dem ich mich befinde mit all meinen Sinnen wahrnehmen ohne jegliche Ablenkung der medialen Welt. Ja, ich behalte meinen Blog und ich werde nun wahrscheinlich auch etwas mehr Zeit finden um hier zu schreiben – ich denke ich werde auch ein wenig mehr zu sagen haben.

Im Endeffekt möchte ich ja auch das, was jeder Schreiberling möchte – gehört werden. Gelesen werden. Lasst mich Euch von meiner Reise durch die reale, offline Welt mitnehmen. Schreiben kann ich meinen Blog auch offline und einfach per Copy und Paste online stellen – ganz frei von der Abhängigkeit des Internets. Ein weiterer Vorteil wird sein, meine mobilen Daten nicht mehr wöchentlich aufladen zu müssen, jetzt, wo ich die unmengen davon fressenden Apps gelöscht habe. Normalerweise hat man diese für einen Monat bis zum Ablaufdatum.

Ich werde höchst wahrscheinlich bald mit einer meiner engsten Freundinnen einen Blog beginnen für Menschen, die sich ganz genau in meiner/unserer Situation befinden. Verloren in der zu viel bietenden Welt. Durch den ganzen Wandel und dieser riesigen online geführten Welt wissen wir doch überhaupt nicht mehr was wir wollen. Wir werden von allen Seiten überreizt und jegliche Selbstfindung wird durch 300 neue super coole trendige Lebenswege zerstört. Du bist leidenschaftlich Tischler? Wenn du dem folgst, Glückwunsch.

Doch wenn Du online lebst und dir dank all dieser sehr smarten Algorithmen noch 10 andere Werdegänge in einer ähnlichen Branche angezeigt werden, du dann noch in allen Portalen als Werbung angezeigt bekommst, wie super einfach und schnell du ja auch online Geld verdienen könntest, ohne kaum einen Finger zu rühren und dich all das in einen Strom zieht, der deine Gedanken zum rasen bringt – dann herzlich Willkommen 😀

Vielleicht können wir mit diesen Blog einen Ort schaffen, in dem sich Menschen mit diesem Problem austauschen können.

Ich möchte nicht mehr mit Freunden am Tisch sitzen und ständig mein Smartphone checken. Möchte nicht mehr von allen beeindruckenden Orten und Dingen die ich sehe direkt ein Foto hochladen – und dann alle 10 Minuten oder mehr checken ob ich vielleicht mehr ‘Likes’ habe. Möchte keine passenden ‘Hashtags’ mehr finden um dieses Bild ‘populärer’ zu machen. Ich möchte ein bisschen mehr für mich behalten. Mehr mit mir selbst leben. Vor allem ‘lernen’ mit mir selbst zu leben.

Ich möchte (heute) rausgehen. Barfuß. Mich erden. Den Kontakt zur realen Welt suchen. Ohne mein Smartphone, ohne Musik (das wird hart). Einfach nur mit mir und meinen Gedanken – und das ist etwas, wovor ich sehr lange weggelaufen bin. Was mich zu meinem aktuellen Problem bringt. Ich weiß nicht was ich will. Ich will 20 Dinge gleichzeitig und nichts davon so richtig. Ich will alles ausprobieren, doch die Zeit könnte ich ja wiederum auch für etwas ganz Neues nutzen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass da Draußen etwas ist – was ich noch nicht kenne – was 100% für mich gemacht ist. Dabei werde ich wahrscheinlich meine Leidenschaft in mir selbst finden, wenn ich mich suchen lasse.

Ein weiteres Problem der heutigen Gesellschaft – und da schließe ich mich zu 100% mit ein, ist das allgemeine Denken, dass es immer etwas Besseres gibt oder geben könnte. Eine Beziehung führen, sich für einen Partner festlegen? Aber was ist, wenn es da Draußen noch jemanden gibt, der vielleicht besser zu mir passt? Für eine Ausbildung oder ein Studium entscheiden? Noch schlimmer! Entscheidest Du dich für das eine – bist du dir sicher, dass das dann auch genau Deins ist? Oder gibt es da nicht doch vielleicht noch eine bessere Alternative, die dir eventuell sogar im Endeffekt mehr Geld bringen kann? Und dieses Denken geht hin bis zum Konsum. Kaufe ich die blaue oder die rote Bluse? Ach, vielleicht sollte ich beide kaufen (dann hast Du allerdings genau das gleiche Problem, wenn du dich zuhause für dein Date für eine von beiden entscheiden musst).

Alles in allem kann ich nur sagen: Ich bin froh den ersten Schritt raus aus diesem Sog gemacht zu haben. Vielleicht war es radikal, vielleicht belächeln das auch einige von Euch nur. Doch ich fühle mich 20 Kilo leichter. Mir wurde eine Last von den Schultern genommen und es fühlt sich richtig an.

Ich habe mir für Montag – endlich – meinen ersten Yoga-Kurs gebucht. Ich habe gestern Abend mein Meditationsbuch wieder rausgekramt (immer wenn ich es angefangen habe zu lesen war mein Handy nach kurzer Zeit doch wieder wichtiger), will mich auf mich, meinen Körper, meine Gedanken und meine Sinne konzentrieren.

Ich weiß nicht, wen ich mit diesem Blog überhaupt noch erreichen kann. Ich hoffe, dass Ihr euch den Link vielleicht irgendwo aufgeschrieben habt und ab und an mal reinschaut – denn Teilen kann ich ihn nicht mehr. Ihr könnt ihn auch abonnieren und euch eine Benachrichtigung per Mail schicken lassen 🙂 Vielleicht erreiche ich Euch nicht nur auf der Kontaktebene sondern sogar auf der Seelischen (wenn ich das so sagen kann) – damit meine ich, dass ich vielleicht einige zum nachdenken bringen konnte. Es würde mich freuen, doch erwarten tue ich es nicht. Ich wünschte ich könnte damit viele Menschen erreichen. Doch nun, ohne soziale Medien ist es nicht mehr so einfach 😀 Es gäbe die Variante ‘Twitter’.. Was haltet Ihr davon? Glaubt Ihr dieses eine Netzwerk zur reinen Publikation des Blogs ist ‘ungiftig’?

[Habt Ihr übrigens jemals über das Wort ‘Status’ bei Facebook oder sonst wo nachgedacht? Der Gedanke kam mir heute vor der Arbeit. Einen neuen ‘Status’ hochladen … Status… Ein Wort, dass ich absolut verabscheue. Denn nichts ist schlimmer für mich als das Denken über sich selbst und sein Leben im gesellschaftlichen ‘Status’ ..]

Nennt mich verrückt, doch ich lebe jetzt (fast komplett) offline.

P. S.: Ich werde Whatsapp behalten, ich möchte nicht den Kontakt zu meiner Familie und meinen Freunden verlieren – ganz so krass bin ich nicht 😀 Abgesehen davon freue ich mich über Emails – rebecca.kunze@posteo.de – meine letzten Laster, doch diese akzeptiere ich 🙂

Feel free to contact me 🙂

Und vor allem freue ich mich über Eure Gedanken darüber.

(Ich überlege mir nun mal ein paar passende #hashtaaaags für das Thema, woll :D)

 

LIEBE!!

 

 

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s